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Walther-Rathenau-Grundschule

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Spielplatz der Walther-Rathenau-Grundschule fotografiert von Daniel Winkler
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Walther-Rathenau-Grundschule
Schulleiterin: Frau Birgit Poyda
Sekretärin: Frau Katrin Richter
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01968 Senftenberg
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Geschichte

Walther Rathenau

Walther Rathenau wurde am 29.09.1867 als Sohn des jüdischen Industriellen Emil Rathenau und seiner Frau Mathilde in Berlin geboren.

Mit 17 Jahren machte er sein Abitur und diente anschließend 1 Jahr bei den gepanzerten Reitern in Pasewalk.

Er war ein hervorragender Reiter, ein durchtrainierter Sportler, ein sehr zuverlässiger, kameradschaftlicher junger Mann mit überdurchschnittlicher Begabung und zudem ein begeisterter Preuße. Da er aber Jude war und die Taufe fehlte, konnte er kein Reserveoffiziersanwärter werden.

Auf Grund dessen studierte er Naturwissenschaften und Philosophie. Mit 22 Jahren erlangte er dann die Doktorwürde.

Walther Rathenau verehrte Bismarck und schätzte das preußische Junkertum. Junker wurden damals die Söhne des Adels und der Großgrundbesitzer genannt.

1899 begann er in den elektrotechnischen Werken Neuhausen/Schweiz und in Bitterfeld zu arbeiten. 11 Jahre war er dort tätig, bis er 1900 in den Vorstand der "Allgemeinen Elektriztäts-Gesellschaft" (AEG) gelangte. Diese Gesellschaft wurde von seinem Vater gegründet.

Walther Rathenau setzte sich nun mit dem Judentum seiner Eltern auseinander. Er versuchte die Arbeiterschaft, der es bis dahin nicht gut ergangen war, an den Staat heranzuführen. Er äußerte sich über die Grundfragen des Lebens. Es gab jedoch einige Leute, die nicht seine Meinung vertraten und ihn somit als Nichtfachmann oder leidlichen Kaufmann bezeichneten. Doch Walther Rathenau war nicht nur ein begnadeter Industrieller, sondern er war auch als politischer Schriftsteller tätig.

Den Kaiser kannte er seit 1900 persönlich und mit der Leitung der Berliner Handelsgesellschaft stand er 1902 unmittelbar am Hebel des deutschen, industriellen Finanzkapitals. Als Großindustrieller rang er nun um einen Ausgleich zwischen der Mechanisierung des modernen Lebens und den seelischen Kräften. Mehr und mehr wurde ihm Goethe zum Vorbild der eigenen Lebensgestaltung.

Nach dem unerwarteten Kriegsausbruch 1914 wies Walther Rathenau auf die Notwendigkeit der organisierten Rohstoffverteilung hin. Als Leiter der Kriegsrohfstoffabteilung nahm er die deutsche Kriegswirtschaft in die Hand.

1915 wurde Walther Rathenau Nachfolger seines Vaters als Präsident der AEG. Das Unternehmen repräsentierte bereits einen Wert von 184 Millionen Goldmark.

Obwohl er ein Jude war, trat er der demokratischen Partei bei. Er trat dieser Partei im Glauben an Frieden und einer innerpolitischen Neuordnung für eine Militärdiktatur bei. Doch dieser Versuch scheiterte.

Im Mai 1921 wurde er Reichsminister. Wichtig für ihn war weiterhin die Verknüpfung von Staat und Wirtschaft. Er leitete die Deutsche Delegation bei den schwierigen Verhandlungen mit den Siegermächten.

Am 31.01.1922 wurde Walther Rathenau Reichsaußenminister. Durch seine überragenden Fähigkeiten und seiner hinreißenden Redekunst wurde der preußische Europäer schnell von den Siegermächten anerkannt und konnte so für die Verständigung des arg mitgenommenen Deutschen  Reiches mit dem Westen wirken. Er war in den wenigen Monaten seines Wirkens ein kluger und würdiger Vertreter der Interessen des Volkes. Seine Freude am Schönen wurde von den Gegnern als "typisch jüdisch" angeprangert.

Als er am 24.06.1922 von seiner Grunewaldvilla ins Auswärtige Amt fuhr, wurde er durch drei jungen Männern auf offener Straße ermordet.

Walther Rathenau war ein widersprüchlicher Mensch. Er war reich, forderte aber die Abschaffung ererbten Reichtums; er war einsam und pessimistisch, verbreitete jedoch Zukunftsoptimismus und er war gegen den Krieg, organisierte dennoch die Rohstoffversorgung im Krieg.

Erst durch seine Ermordung fand er Anerkennung.

Schulgeschichte (Quelle: Stadtarchiv Senftenberg)

Februar 1931

Der Magistrat der Stadt Senftenberg beschließt die Durchführung eines Ideenwettbewerbes für den Bau eines neuen Gymnasiums.

31.03.1931

Professor Bruno Taut erhält die Genehmigung zum Bau des Gymnasiums nach seinen Entwürfen.

20.04.1932

Das Gymnasium wird eingeweiht und erhält den Namen "Rathenau-Schule". Schulleiter ist Herr Dr. Nehmer. Es lernen 284 SchülerInnen des Reformrealgymnasiums und 174 SchülerInnen des Lyzeums Großräschen (untergebracht in der 1. Etage) in der "Rathenau-Schule".

08.03.1933

Die Hitlerjugend feiert ihren Wahlsieg und die "Rathenau-Schule" wird in "Hindenburgschule" umbenannt (alle SchülerInnen dieser Schule sind Mitglieder der Hitlerjugend). Die städtische Mittelschule, welche zuvor in den Räumen des Gerichtsgebäudes der Stadt Senftenberg und in anderen Häusern lehrte, bezieht die Räumlichkeiten im Untergeschoss der "Hindenburgschule" und schloss sich dieser an. Schulleiter ist nun Herr Prof. Dr. Pauls. Er leitete vorher das Lyzeum Großräschen.

1. Schuljahr 1935/1936

305 SchülerInnen lernen auf der Schule, davon 195 Mädchen.

nach 1939

In den oberen Klassen des Gymnasiums sind nun wegen Arbeitsdienst und Wehrmacht weniger SchülerInnen als üblich. Ganze Jahrgänge müssen sogar als Flakhelfer nach Schwarzheide. Auch Mädchen werden zum Arbeitsdienst eingezogen.

Schulbetrieb ist auf Grund dessen nur noch in Schule I. Das Gebäude des Gymnasiums wird zu einem Lazarett umgebaut.

01.10.1945

Durch den Einsatz des Stadtrates Kurt Uhlrich und der Unterstützung der sowjetischen Besatzungsmacht wird in Senftenberg wieder mit der Schule begonnen.

Das Lazarett wird ausgeräumt, Schäden notdürftig repariert und Schulmaterialien zusammengetragen.

15.11.1945

Die Schule wird nun wieder geöffnet. Eingezogen sind eine Oberschule für Jungen und Mädchen sowie die Grundschule II. Schulleiter der Ober- und Grundschule ist bis 1949 Herr Oberstudienrat Gatting aus Glogau.

1954 - 1958

Die Schule wird als Mittelschule bezeichnet.

1958

Die Schule ist nun die Polytechnische Oberschule II.

1963

Die Rathenau-Oberschule zieht aus.

1972

Die Schule erhält den Namen "Hans Beimler".

01.08.1991

Die ganze Schule wird als 1. Grundschule Senftenberg bezeichnet.

April 2002

Name der 1. Grundschule Senftenberg ist bis heute "Walther-Rathenau-Grundschule".